Deutsche Meisterschaft über 100 Kilometer – Silber und Bronze für den SSC Köln

DM 100 KM Siegerinnen DamenDM 100 KM Siegerinnen DamenSilber für Claudia Maria Henneken in der Eliteklasse der Damen, Bronze für Hanspeter Detmer in der AK65 der Herren, Platz vier für Johannes Walter in der sehr stark besetzten AK50 der Herren, leider grippales Pech und Wehmut bei Theresa Ricke - insgesamt können die vier Lizenzskater des SSC Köln mit ihrem Abschneiden bei der Deutschen Meisterschaft über 100 Kilometer im Inline-Speedskaten 2014 in München hoch zufrieden sein. Gratulation auch an unser Clubmitglied Michaela Geppert (ihre Lizenz ist auf dem Mannheimer ERC ausgestellt), die in der AK35 der Frauen Silber gewann, und an Yvonne Wankerl, die Trainerin unserer Fitness-, Breiten- und Ausdauersportler. Yvonne startete für die LGO Euskirchen/Erftstadt und belegte hinter Michi Geppert Platz drei.

DM 100 KM München Claudia Maria HennekenDM 100 KM München Claudia Maria HennekenFür Claudia Maria Henneken, die 29jährige Sportwartin des SSC Köln und Studentin an der Deutschen Sporthochschule Köln, war die Silbermedaille bereits die elfte Medaille, die sie als relative Späteinsteigerin ins Inline-Speedskating seit 2010 bei einer Deutschen Meisterschaft gewinnen konnte. Nachdem sie vor zwei Jahren auf der gleichen Strecke rund um die Münchner Ruderregattastrecke Oberschleißheim wenig Freude an Platz drei hatte, freute sie sich jetzt richtig über die Deutsche Vizemeisterschaft.

Der Titel ging an das Nationalmannschaftsmitglied Tina Strüver aus Halle/Saale. Bis km 60 fuhren Claudia Maria und Tina an der Spitze ein einsames Rennen. Dann aber musste unsere Maria abreißen lassen, weil in ihrer Kniekehle eine Sehne zu schmerzen begann. Dennoch brachte sie es auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 29,3 km/h. Was bemerkenswert ist. Denn es war nicht nur die schmerzende Sehne, die Maria hemmte. Auch setzte ihr bei ihrem „Einzelzeitfahren“ über mehr als ein Drittel der gesamten Renndistanz der heftige Gegenwind auf der einen Seite der Regattabahn mächtig zu. Was man auf der Gegenwind-Geraden an Kraft und Zeit opfern musste, holte man auf der Rückenwind-Geraden nicht wieder ein. Denn dort waren viele tückische Asphaltschäden, die höchste Konzentration und auch eine gewisse Temporeduzierung verlangten.

DM 100 KM Sieger Herren AK65DM 100 KM Sieger Herren AK65Groß war die Freude nach dem Rennen bei Hanspeter Detmer, als er die Bronzemedaille umgehängt bekam. Platz eins und zwei waren für ihn in der AK65 nicht erreichbar. Also konzentrierte er sich im Kampf um die Bronzemedaille auf das sportliche Duell mit seinem Freund Friedrich Ernst von den Düsseldorfer Speedskatern. Mehrmals versuchte Friedrich das Tempo zu verschärfen. Da er aber keine Gefolgschaft fand und die beiden Spitzenskater unerreichbar waren, wurde der Düsseldorfer immer wieder von jenem Zug eingeholt, in dem Hanspeter „Regie“ führte. Als dann dieser Zug nach ca. 70 km auf die zwei Kilometer lange Gegenwindgerade kam, glaubte Hanspeter bei Friedrich Ernst Körperzeichen einer gewissen Unstimmigkeit zu erkennen. Sogleich setzte er sich an die Spitze des Zuges und forcierte das Tempo. Mit Erfolg – Fred verlor auf einmal 8 – 9 Meter. Längere Zeit wehrte er sich noch und versuchte wieder Anschluss zu finden. Dann aber wurden die Schmerzen in beiden Füßen – die Gründe für die Unstimmigkeit – zu stark und 20 km vor dem Ziel gab der Düsseldorfer das Rennen auf. Einmal mehr wurde damit deutlich: Ein Rennen über eine so lange Distanz kann tückisch werden; was all jene auch bestätigen können, die unterwegs mit Muskelkrämpfen aufgeben mussten.

Eine große sportliche Leistung zeigte auch unser 50jährige Musik-Professor Johannes Walter, der in der sehr stark besetzten Altersklasse „Ü50“ nach 3:35:35,6 Stunden den 4. Platz belegte.

Wie ein Häufchen Elend verfolgte die 24jährige Theresa Ricke die Siegerehrung. Gründlichst hatte sie sich wochenlang am Blausteinsee in der Nähe von Eschweiler mit den Skatern ihres Heimatvereins RSC Aachen und von Germania Dürwiß auf dieses Rennen vorbereitet. Dann aber schlich sich am Tag vor dem Rennen eine Sommergrippe ein. Zwar versuchte Theresa noch das Blatt zu wenden. Aber nach 75 km musste sie leider die Übermacht der Grippe akzeptieren und das Rennen aufgeben.

Leider gab es später bei der Bewertung der Ergebnisse dieses Langstreckenrennens über 100 km einige Missklänge. Schnell machte unter einigen, die sich erst gar nicht an eine solche Herausforderung heranwagen, das Wort die Runde: „Da hat ja fast jeder, der angetreten ist, eine Medaille gewonnen.“ Hier ist zu bemerken: Antreten konnte jeder. Wer nicht angetreten ist, aber später überflüssige Sprüche macht, hatte schon vorher seine Niederlage akzeptiert. Und die, die angetreten sind, mussten allesamt zunächst einmal 100 km durchstehen. Nicht jeder hat das, aus unterschiedlichsten Gründen, geschafft. Mein Freund Fred und auch unsere Theresa haben alles versucht, aber an diesem Tag nicht erreicht. Auch ihnen gebührt höchster Respekt.