Doppelmarathon – und für jeden Marathon ein Eis…

Henneken Rhein-Ruhr Doppel-Marathon Inline: Claudia Maria - Siegerin im Inline-MarathonHenneken Rhein-Ruhr Doppel-Marathon Inline: Claudia Maria - Siegerin im Inline-MarathonBeim Rhein-Ruhr-Marathon 2016 in Duisburg hat unsere Sportwartin Claudia Maria Henneken Einmaliges geleistet: Zunächst auf Inline-Skates benötigte sie 1:22:23 Stunden auf einer nicht immer einfach zu skatenden Strecke für die Marathon-Distanz (Durchschnitt 30,73 km/h). Natürlich gewann sie damit die Frauen-Wertung und wurde auch NRW-Landesmeisterin. Anschließend startete Claudia Maria dann direkt ihren Laufmarathon, an dessen Ende sie nach 3:15:45 Stunden nochmals aufs Siegertreppchen durfte, weil sie Dritte der Frauen-Wertung geworden war.
Die Gesamtzeit von 4 Stunden, 38 Minuten und 8 Sekunden für hälftig Skaten bzw. Laufen über 84,390 km hat in Deutschland noch keine Frau geschafft. Nur ein Mann, Ronald Gasch aus Chemnitz, war vor zehn Jahren beim Köln-Marathon als damaliger Doppelstarter 10:07 Minuten schneller.

Claudia Maria Hennekens Sieg im Inline-Marathon ist keine Überraschung. Schließlich gehört sie seit Jahren vor allem bei Straßenrennen zu den besten deutschen Speedskaterinnen. Vor Jahresfrist verpasst sie in Duisburg bei der DM Inline-Marathon nur um Hundertstelsekunden den Gesamtsieg in der Damenwertung, wurde aber erstmals Deutsche Meisterin auf der Marathon-Distanz in der Altersklasse Ü30.
Die Vorbereitung für ihren erst zweiten Lauf-Marathon – Premiere war 2015 in Köln, wo sie auf Anhieb nach 3:21:07 Stunden Siebzehnte wurde – hatte Claudia Maria Henneken erst am 28. März 2016 begonnen. Anschließend führte sie präzise Buch über 699 zurückgelegte Trainings-Kilometer.

„Beim Laufen hatte ich mit mehreren Problemen zu kämpfen“, resümierte Claudia Maria nach 84 km. „Weil ich mich nach dem Skaten ja noch umziehen musste, rannte ich dem gesamten Marathon-Starterfeld hinterher und musste zunächst den sogenannten Lumpensammler überholen. Da ich nach dem Skaten auch noch kein richtiges Tempogefühl für einen Lauf-Marathon hatte, bin ich eigentlich die ersten Kilometer des Marathonlaufs viel zu schnell angelaufen bin. Dann musste ich mich durch hunderte von Fitness-Läufern nach vorne kämpfen und hatte keine Orientierung an Wettbewerberinnen, die für mich Maßstab sein konnten. Hatte ich den ersten Kilometer in 3:54 Minuten fast gesprintet, so brauchte ich für den letzten Kilometer 5:15 Minuten. Aber wenn ich gewusst hätte, dass die letztlich zweitplatzierte Frau, die ich ja bedingt durch mein Hinterherlaufen im Rennen nie gesehen habe, netto nur 11 Sekunden schneller war, dann hätte ich das auch noch geschafft.“

Jedenfalls hat Claudia Maria Henneken die Organisatoren des Rhein-Ruhr-Marathons und die Zeitnehmer in Schwierigkeiten gebracht. Denn bei der Siegerehrung wurde sie nicht als Drittplatzierte aufgerufen, weil sie ja nicht als dritte Frau ins Ziel gelaufen war. Denn die Duisburger Vorjahressiegerin profitierte davon, dass sie deutlich mehr als 10 Minuten vor der Kölnerin gestartet war. Aber rein läuferisch war sie dann zwei Minuten langsamer als Claudia Maria Henneken, für die die drittschnellste Laufzeit gestoppt worden war. Nach Klärung der Angelegenheit durfte Claudia Maria dann doch zum zweiten Mal an diesem Tag aufs Treppchen.

Und Martin Vossler spendierte seiner als Eis-Nasch-Katze bekannten Freundin dann zur Feier des Tages auch zwei Eis: „Für jeden Marathon eins!“