Hunsrück Marathon

Hunsrueck-2009-006Hunsrueck-2009-006Am 30. August war es wieder so weit. Wie jedes Jahr am letzten Augustwochenende fand der Landschaftsmarathon an dem auch Skater teilnehmen können nun zum neunten Mal statt. Davon Berichten die beiden Kölner Skater Ferdinand Röder und Waldemar Effertz (unten).

Ferdinand:

Es war wie jedes Jahr über die Marathondistanz erst eine Runde durch Emmelshausen (rd. Fünf Kilometer) zurückzulegen, wobei es nach dem Start erstmal mit einer knackigen Abfahrt bis ins Tal geht (ca. 50 Höhenmeter) und dann durch einige Seitenstrassen von Emmelshausen wieder den Berg hinauf geskatet werden mußte. In der Abfahrt und auch in der anschließenden Steigung, die sich rund drei Kilometer den Berg hinauf zieht, wurde im Feld schon die Spreu vom Weizen getrennt.

Ab Kilometer fünf verläuft die die Strecke dann über den „Schinderhannes Radweg“ den man dann bis Kilometer 41,5 bei Simmern nicht mehr verläßt.
Zur frühen Morgenstunde (der Bustransfer ging um 7.15 Uhr von Simmern nach Emmelshausen wo um 8.45 der Startschuß fiel) und bei bestem Wetter versuchten Waldemar Efferz und Ferdinand Röder ihr Glück über die Marathon Distanz. Nach den zuvor schon erwähnten fünf Kilometern ging es dann durch idyllische Wald und Wiesen Stücke, Berg hoch Berg runter, über Norath, Pfalzfeld, Lingerhahn, Ebscheid-Bahnhof wo die Halbmarathonmarke erreicht wird, bis nach Kastelaun. Erfahrungsgemäß wird das Feld bei Kilometer 27 noch mal kräftig durcheinander gewürfelt, da dort der letzte knackige Anstieg über rund 1,5 Kilometer bis Bell-Bahnhof zu bezwingen ist. Spätestens hier zeigt sich wer im Vorfeld seine „Hausaufgaben“ sprich richtig trainiert hat, bzw. wer noch „Körner“ hat um eventuell ungeschadet den Anstieg hinter sich zu bringen. Ab Bell-Bahnhof steht dann der schnellste und schönste Streckenabschnitt auf dem Plan. Schnell, weil man hier in einem „guten Zug“ locker 40-45 Km/h schafft, da dieses Teilstück über rund elf Kilometer permanent Bergab führt. Schön weil es durch Waldstücke führt wo sich in den Laubbäumen die Sonne bricht, und außer das Summen der Rollen, und pfeifen des Windes in den Ohren nichts zu hören ist.
Ab Kilometer 39, bei Keidelheim, wenn man dann den 50. Breitengrad überquert hat, heißt es dann wieder aus eigener Kraft die letzen Kilometer bis in Ziel in Simmern auf dem Schloßplatz zu skaten.

Die Zieleinläufe des Skate Marathon waren wie folgt aus:

Die ersten drei Plätze der Damen belegten:

1) Christina Kotthoff 1:23:42
2) Sandra Hirsch1:23:52
3) Gudrun Bast 1:27:49

Die ersten drei Plätze der Herren belegten:

1) Oliver Engel 1:12:26
2) Michael Puderbach 1:12:26
3) Dominik Rendant 1:17:29

Bei bester Stimmung, auf dem Simmener Schloßplatz, kamen auch die beiden „Roll-Möpse“ in folgenden Zeiten und Plazierungen ins Ziel:

Waldemar Efferz, Startnummer 663, Gesamtplatz 41, Altersklassenplatz 9, 1:38:51.

Ferdinand Röder, Startnummer 625, Gesamtplatz 38, Altersklassenplatz AK 7; 1:38:47.

Über die Halbmarathon Distanz versuchten sich die „Roll-Möpse“
Jens Kaiser und Frank Städele

Jens Kaiser, Startnummer 2648, Gesamtplatz 6, Alterklassenplatz AK 3, 00:37:42

Frank Städele, Startnummer 2652, Gesamtplatz 2, Altersklassenplatz 2, 00:34:39

Fazit: Ein gewohnt gelungene Veranstaltung, die eigentlich mehr Beachtung bei den Skatern verdient hat. Hier sei noch gesagt, das es auch möglich ist die Halbmarathon Strecke zu skaten, und das im Startgeld (für 2009 waren es 25,- Euro) eine Übernachtung in Simmern in örtlichen Turnhalle, der Bustransfer sowie ein komplettes Starterpaket (T-Shirt, Urkundeservice, etc.) enthalten ist.

Waldemar:

Hunsrueck-2009-001Hunsrueck-2009-001Es begann um 7:00 in der Frühe und war doch etwas sehr schattig. (Hi Jens - hast mich am Bus sicher nicht erkannt). Es zeichnete sich aber ein Tag mit Sonnenschein und wenig Wind ab, also beste Voraussetzungen.
Ich war das erste Mal dabei und suchte nach Roll-Möpsen. Hmm... nur 150km von Köln entfernt und insgesamt nur 4 Mann am Start, sollten etwa alle in Berlin sein? Ok, da war das Wetter auch schön, aber der Hunsrück hat da wirklich mehr verdient. Super Stimmung und der Ausrichter war mit Herzblut dabei (da kann sich Wedel noch etwas abschauen). Am Samstag gab es Kaffe mit selbstgebackenem Kuchen und Abends eine kostenlose Nudelnparty für alle Teilnehmer. Sonntag gab es ein Frühstück ab 6:00 mir selbstgemachten Brötchen und vorzüglichem Kaffee.
Im Halbmarathon waren Frank Städele und Jens Kaiser am Start. Frank hat wir in den Vorjahren den 2. Platz in 00:34:39 erreicht. Es fehlten nur 4 Sekunden zum Sieg - man kann aber auch 100m vor dem Ziel wegen dem Sch... Kopfsteinpflaster kein Gas mehr geben. Jens hat den 3. Platz in der M40 in 00:37:42 erreicht (6.Platz gesamt). Ergebnisliste
Im Marathon hatte Ferdinand Röder als mehrfacher Wiederholungstäter und ich gemeldet. Am Start erhielt ich noch einige Tipps.....erst geht es etwas bergab und dann wieder etwas bergauf und nach 5 km dann auf den Radweg bis Simmern.
Start und dann bergab... es geht bergab und wie und kein Ende....zum Glück ist die Straße breit genug. Es hört aber nicht auf bergab zu gehen, mein Garmin zeigt 55 km/h - Hilfe ich habe keine Bremse (ich muss jetzt an Richard denken der mir sagte "mach die Bremse ab, wer bremst verliert). Ich brülle "Vorsicht links" und werde immer schneller, bin fast an der Spitze. Das macht meine Masse ganz allein. Die Kurve kommt, bremsen? -kann ich nicht - die Kurve ist breit und es geht. Puh geschafft!
Geschafft? es geht weiter bergab und da unten ist die Straße zu Ende - oder doch nicht? Es geht links herum, aber 120° und die Straße ist vielleicht 3m breit. So tief in die Hocke wie ich kann (man fällt dann nicht so tief) und rum. Allerletzte Rille und Stroh von der Streckensicherung im Schuh, aber ich fahre noch. Ein Blick nach vorne sagt mir das es jetzt bergauf geht bis fast wieder zum Startpunkt. Das zieht sich ja ewig, fast 2 km und ich werde ständig überholt. Klar: Masse bergab=sehr schnell und Masse bergauf=sehr langsam weil das Verhältnis Gewicht zu Kraft noch nicht optimal ist. Hallo Ferdinand, schön das du wieder da bist. Jetzt geht es auf den Radweg 36 km nach Simmern.
Das Feld sortiert sich in Gruppen gleicher Leistungsklassen und zieht sich ziemlich auseinander. Es ist also nicht zu eng auf dem Radweg und mit Willen und Rücksichtnahme kann man auch gut überholen oder passieren lassen. Es läuft super in der Gruppe, 30 km sind geschafft. Noch ein kleiner Anstieg und dann 10km immer bergab bis ins Ziel. Garmin sagt knapp 3 Minuten über 1:29:00 - jetzt noch alles was drin ist und es klappt vielleicht mit den 1:29:59. Ich Träume schon und gehe aus der Spitze raus um zu wechseln.
Doch gerade wenn man es nicht erwartet kommt es unverhofft. Ich gehe in die Lücke an der 3.Stelle rein, mein Hintermann verhakt sich mit meinem linken Fuß. So richtig bekomme ich dann nichts mehr mit. Als ich den Kopf hebe liegen 6 Mann im Graben oder in den Sträuchern. Oh Weh! Nach 3 Jahren der erste Sturz und das bei 32 km/h. Das war das letzte was Garmin noch sagte bevor er den Geist aufgab. Superschnell waren die Helfer (Standen über die gesamte Strecke in sichtweite zueinander) zur Stelle. Alle konnten weiterfahren, mehr oder weniger gezeichnet. Ich habe mich als letzter dann auch noch mit Hilfe eines Streckenpostens aufgerappelt. Bei mir ist es ja nicht so wir bei den Leichtgewichten die federngleich über den Asphalt gleiten, sonder eher wie so ein Meteoriteneinschlag. In meiner linken Wade muss wohl ein Messer stecken. Die anderen Blessuren merke ich noch gar - danke an das Adrenalin. Vielleicht noch 1 km berauf. Es geht nicht mehr....plötzlich höre ich eine Stimme "beißen Waldemar" es ist Ferdinand mit seine Gruppe. Ferdinand nimmt mich mit und es geht nur noch bergab. Ziel erreicht - danke Ferdinand. Ergebnisliste
Ich hoffe 2010 läuft es besser und vor allem mit mehr Roll-Möpsen. Der Hunsrückmarathon hat es einfach verdient und es macht ein tolles Bild wenn das so eine Gruppe im Vereintrikot auftritt. Das ist Werbung für den Verein und auch für den Kölnmarathon.

Weitere Bilder in unserem Album.