Berlin-Inline-Marathon 2014 – Sehr viel Glück für Maria bei der großen Rekordjagd

Claudia Maria Henneken Berlin Marathon 2014: Claudia Maria Henneken (3. v. l.)Claudia Maria Henneken Berlin Marathon 2014: Claudia Maria Henneken (3. v. l.)Wieder waren es die berüchtigten Zentimeter, die Claudia Maria Henneken am Ende eines großen Inline-Marathon-Rennens fehlten, um sich bei nationaler und europäischer Spitzenkonkurrenz unter den Top Ten zu platzieren. Zeitgleich mit der Neunten, der Dänin Elena Rigas, und der Zehnten Flurina Heim aus der Schweiz kam Maria als Elfte des weltgrößten Inline-Marathons in Berlin ins Ziel. Mit ihrer Finisherzeit von 1:13:29 Stunden war sie sogar nochmals 45 Sekunden schneller als im Vorjahr. Auch wenn sich Maria nach dem Rennen zunächst über die verpasste Top-Ten-Platzierung ärgerte, konnte sie dennoch persönlich mit dem Ausgang des Rennens ganz zufrieden sein. Denn es hätte auch anders kommen können. Bei km 25 war nahezu die komplette Elitegruppe der Damen in einer 130 Grad Rechtskurve in einen furchtbaren Massensturz verwickelt, verursacht von einem Führungsmotorrad, das zu langsam in die Kurve gefahren war. Zwei Skaterinnen rutschten in die Maschine, die jedoch glücklicherweise nicht umstürzte. Andere polierten den Asphalt, flogen gegen Bordsteinkanten oder im hohen Bogen in Blumenbeete mit Betoneinfassung. Für sechs Mädels, unter ihnen mit Sabine Berg die Berlin-Siegerin von 2012, war daraufhin das Rennen zu Ende. Claudia Maria Henneken hatte das Glück, dass sie in dem Krisenmoment ein paar Meter hinter der Spitze zurück lag und so glimpflich davon kam.

Robert Woermann Berlin Marathon 2014 Ziel: Robert WoermannRobert Woermann Berlin Marathon 2014 Ziel: Robert WoermannTotal zufrieden mit seinem Rennen war unser A-Junior Robert Woermann. Der 18jährige, seit nunmehr elf Jahren Mitglied des Speed Skating Club Köln bzw. der ehemaligen Kölner Roll-Möpse, bestritt erst seinen ersten ernsthaften Inline-Marathon, nachdem er zuvor zweimal in Köln entweder „just for fun“ oder unter schwierigsten Witterungsbedingungen mitgemacht hatte. Nach 1:11:15 Stunde war Robert unter 3803 Männern 139. Zeitschnellster. In einer klubinternen Rekordliste ist der Junior jetzt Viertschnellster mit besten Aussichten, vielleicht schon im nächsten Jahr die Spitzenposition zu erobern.

Zu den außerordentlichen Leistungen, die Mitglieder des SSC Köln in Berlin erzielten, gehören sicherlich die 1:46:20 Minuten der Special-Olympics-Sportlerin Daniela Leal, die von Julia Wrobel bestens begleitet wurde, sowie die 1:18:50 Stunden unseres Musik-Professors Johannes Walter, der damit als AK50-Skater erstmals unter 1:20 Stunden blieb.

Daniela Leal Berlin Marathon 2014: Daniela Leal (Mitte)Daniela Leal Berlin Marathon 2014: Daniela Leal (Mitte)

Das größte Pech hatte Barbara Scholz, die bei einem heftigen Sturz viel Zeit verlor, sich aber dennoch tapfer ins Ziel quälte.
Hanspeter Detmer erreichte bei seinem 13. Inline-Marathon in Berlin mit 1:31:43 Stunden auf die Sekunde genau die gleiche Zeit wie vor zehn Jahren. Insgesamt 14 Clubmitglieder gingen in Berlin an den Start:

Claudia Maria Henneken Aktive 01:13:29
Theresa Ricke Aktive 01:21:52
Michaela Geppert AK30 01:24:55
Viktoria Hartmann Aktive 01:29:09
Lena Haucke Aktive 01:32:54
Daniela Leal Aktive/Special Olympics 01:46:20
Astrid Baum AK40 01:47:10
NN AK40 02:01:05
Barbara Scholz AK50 02:34:06

Robert Woermann Jun A 01:11:15
Johannes Walter M50 01:18:50
Jean Pascal Kneip Aktive 01:20:47
Andre Steinhauer Aktive 01:21:45
Hanspeter Detmer M65 01:31:50

Vor und nach dem Rennen praktizierten die Mitglieder des SSC Köln echten Gemeinschaftssinn. Sportwartin Claudia Maria hatte am Vorabend des Rennens die Marathon-Stärkung in einer Pizzeria organisiert. Bei dieser Gelegenheit wurden natürlich die sportlichen Ziele für den nächsten Tag gesteckt. Nach dem Rennen traf man sich dann zunächst in einem Steakhouse und bekämpfte anschließend den Flüssigkeitsverlust in der "Ständigen Vertretung", der umsatzstärksten Kölsch-Kneipe außerhalb Kölns, sowie auf der obligatorischen Berliner Skater-Party.

Absoluter Höhepunkt des Berliner Inline-Marathons 2014 war die Rekordfahrt des Belgiers Bart Swings. Wenn während des Rennens der Inline-Speedskater die Radar-Blitzanlagen entlang der Rennstrecke nicht ausgeschaltet gewesen wären, dürfte Bart demnächst viele schöne Fotos bekommen. Denn bei seinem Bestreben, so schnell wie möglich nach dem Startschuss ins 42,195 km entfernte Ziel zu kommen, missachtete Bart jede Tempo-30-Zone. Und oft knackte er auch das übliche 50-km/h-Limit. Mit durchschnittlich 43,5 km/h stellte Bart Swings auf acht jeweils 110 mm großen Rollen eine neue Inline-Marathon-Bestzeit auf. Die bei seinem ersten Berlin-Triumph im Vorjahr aufgestellte Bestmarke, als er erstmals die Ein-Stunden-Schallmauer durchbrach, verbesserte Bart nochmals um eine Minute und 18 Sekunden. Sein cooler Kommentar in der Pressekonferenz nach dem längsten Einzelzeitfahren auf Inline-Skates gleich vom Startschuss weg: „Das war die perfekte Vorbereitung auf die in Kürze beginnende Eisschnelllaufsaison, wo ich ja auch im Prinzip immer nur gegen die Uhr skate.“
Der derzeit weltbeste Inline-Speedskater will in den nächsten Monaten auch die Szene der Eisschnellläufer aufmischen, nachdem er schon in Sotschi bei den letzten Winterspielen über 5000 Meter nur knapp an der Bronzemedaille vorbei geschrammt ist. „Bei den nächsten Winterspielen will ich Gold“, drohte der Inline-Speedskater den reinen Eisschnelllauf-Spezialisten an. Seinen olympischen Ambitionen muss er allerdings im November 2014 die Teilnahme an den Weltmeisterschaften der Inline-Speedskater und damit wahrscheinlich mehrere Goldmedaillen opfern.

Aber im nächsten Jahr kann er dann wieder in Berlin an den Start gehen. Nachdem es lange Zeit hieß, der Inline-Marathon 2014 sei in Berlin der letzte, steht nämlich jetzt schon fest: Der nächste Berliner Inline-Marathon findet am 26. September 2015 statt. Die Rekordjagd geht dann weiter.