Ein gutes Jahr – mit und ohne Rollen

KStA-WorkshopberichtKStA-WorkshopberichtMit der Bilanz des Jahres 2016 kann der Speed Skating Club Köln sehr zufrieden sein. Üblich ist, dass beim Aufstellen solcher Bilanzen zunächst immer etwaige Medaillengewinne aufgelistet werden. Wir aber meinen, es sei viel wichtiger nachzuweisen, dass Inline-Skaten vor allem bei Kindern und Jugendlichen weiterhin sehr populär ist. KStA-Bericht 2KStA-Bericht 2Das ist die Zukunft! Immerhin nahmen mehr als 90 Kinder und Jugendliche teil an den vom SSC Köln angebotenen Inline-Skating-Workshops in den Oster- und Sommerferien, beim Kölner Kindersportfest sowie am Sport-Aktionstag „Sport vor Ort“. Das Interesse am Inline-Skating ist ungebrochen. Uns fehlt nur noch die Sportart spezifische Sportstätte. Wir bemühen uns drum. Insgesamt meldeten sich bis Mitte Oktober 24 neue Mitglieder im SSC Köln an.

Aber auch die sportliche Bilanz kann sich sehen lassen. Die nüchternen Zahlen lesen sich so: Sechs Medaillengewinne bei Deutschen Meisterschaften; drei davon sogar in Gold. Dazu noch ein 3. Platz bei der Masters-EM im Inline-Marathon; und schließlich eine wertvolle Bronzemedaille für eine elfjährige Schülerin bei den Süddeutschen Meisterschaften. Erfreulich auch die drei Altersklassen-Siege unserer Kids in der NRW-Rennserie „YoungStarCup 2016“ sowie Siege und Top-Platzierungen in den Erwachsenen-Rennserien Westdeutscher Speedskating-Cup, German Inline Cup und German Road Challenge. Erwähnenswert ist auch das Engagement zahlreicher Nachwuchsskater aus den Altersklassen Schüler C bis A sowie Cadetten in der NRW-Trainingsgruppe „Together stronger“.

Claudia Maria Henneken, Sportwartin im SSC Köln und Trainerin der Wettkampf orientierten Kinder und Jugendlichen, erlebte 2016 das erfolgreichste Jahr ihrer Sportkarriere. Henneken - 2 DM Titel 2016 in München: Ein Rennen - zwei DM-TitelHenneken - 2 DM Titel 2016 in München: Ein Rennen - zwei DM-TitelBei der Deutschen Langstreckenmeisterschaft in München über 60 km gewann sie als erstes Mitglied des SSC Köln einen DM-Titel in der Aktiven-Klasse (ohne Altersklassen-Einschränkung). Selbstredend, dass die 31jährige auch Meisterin in ihrer AK30 wurde. Einen weiteren AK30-DM-Titel gewann sie in Bielefeld auf der Marathon-Distanz. Schon im Frühjahr belegte sie in Leipzig Platz zwei in der AK30 bei der DM Halbmarathon. Und bei der Masters-Europameisterschaft in Dijon (Frankreich) holte sie über 42km Bronze. Fast schon selbstverständlich: Mit maximaler Punktzahl gewann Maria den WSC 2016. Auch in der German Road Challenge war sie top. Mit ihren elf Starts in der bundesweit 15 Rennen umfassenden Serie war sie auch dank mehrerer Rennsiege ebenfalls die fleißigste Punktesammlerin.

Eine stolze Skater-Bilanz, der Maria aber „zu Fuß“ noch das Sahnehäubchen aufsetzte. Im Frühjahr wagte sie sich beim Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg erstmals an einen Doppelstart. Natürlich gewann sie zunächst den Inline-Marathon der Frauen. Dann wechselte sie blitzschnell die Schuhe, lief aus letzter Position gestartet an 579 Männern und 145 Frauen vorbei und landete nach weiteren 42,195 km in der Läuferinnenwertung auf Platz drei.
Nur 120 Tage nach dem Doppelmarathon und nur acht Tage nach dem weltweit schnellsten Inline-Marathon in Berlin, wo sie nur zwei Sekunden hinter der Zweitplatzierten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 35 km/h das Ziel erreichte, war Maria auch beim 20. Köln-Marathon nicht zu stoppen. Unter 5092 Personen, die nach 42 km das Ziel erreichten, waren nur 144 Männer und zwei Frauen eher im Ziel als "die Fußgängerin" Claudia Maria Henneken. Henneken - 20. Köln-Marathon: Claudia Maria - eine Inline-Skaterin 3. des Köln MarathonsHenneken - 20. Köln-Marathon: Claudia Maria - eine Inline-Skaterin 3. des Köln MarathonsMöglich wurde das, weil Maria ihre persönliche Laufmarathon-Bestzeit nochmals um 12:55 Minuten verbesserte. Erst im Ziel erfuhr sie, dass sie Dritte bei den Frauen geworden war. Maria konnte es kaum fassen: „Sieben Mal habe ich versucht, als Inline-Skaterin in Köln aufs Siegertreppchen zu kommen. Es ist mir nicht gelungen. Und dann stand ich auf einmal als Läuferin da oben.“ Wie sie dafür aber belohnt wird, ist ihr noch nicht bekannt. Denn als Nobody in der Läuferszene ohne Lizenz eines Leichtathletikverbandes sowie ohne Trainer und Manager gehört sie ja nicht zu jenen Läuferinnen, deren Manager vor dem Start bei einem großen City-Marathon Antrittsgelder und etwaige Erfolgsprämien aushandeln.

Zurück zur Inline-Skater-Bilanz des SSC Köln. Erstmals in der AK70 angetreten, gewann Hanspeter Detmer seine DM-Medaillen Nummer 7 und 8. Bei der Bahn-DM in Bayreuth überraschte er sich mit Bronze im 500 m Sprint, obwohl er sich eigentlich auf längere Distanzen vorbereitet hatte. Sein Durchhaltevermögen bei der Straßen-DM über 84 km wurde mit Silber belohnt.

Für unsere Nachwuchsskater war die Teilnahme an den Süddeutschen Meisterschaften auf der Bahn die höchstwertige sportliche Herausforderung. Die 11jährige Nina Özdemir legte auf der Sprintstrecke einen so explosiven Start hin, dass man sie als Favoritin einschätzen konnte. Dann aber stürzte Nina im Vorlauf zwei Meter vor der Ziellinie, und aus war dieser Medaillentraum. Doch dass sie eine Kämpfernatur ist, zeigte Nina am Tag darauf, als sie im 1000 m Rennen die Bronzemedaille mit sechs Tausendstelsekunden Vorsprung vor der Viertplatzierten eroberte.
Hoffnungsvoller Nachwuchs: Starker Nachwuchs des SSC KölnHoffnungsvoller Nachwuchs: Starker Nachwuchs des SSC KölnAuf regionaler Ebene im NRW-YoungStarCup 2016 dominierten in der Kategorie Schüler B sowohl Nina Özdemir als auch Maximilian Jeschick. Seine Schwester Lea Marie wurde Beste bei den Schülerinnen A. Nach Jahren der Leistungsstagnation machte sich in diesem Jahr das engagierte Training bei den Schülerinnen und Schülern zumindest in den älteren Jahrgängen auf breiterer Ebene bezahlt. Nun heißt es, in den jüngeren Altersklassen den soliden Unterbau für weitere Erfolge anzulegen.

Abschließend noch eine Info zu unserem Bemühen, eine Inline-Skatingbahn in Köln zu bauen. Mitte des Jahres sah es kritisch aus. Wie in anderen Städten schienen auch in Köln keine öffentlichen Fördergelder für den Bau einer neuen Sportstätte verfügbar zu sein. Speedskatingbahn in Leipzig: Speedskating-Bahn - unser TraumSpeedskatingbahn in Leipzig: Speedskating-Bahn - unser TraumInzwischen aber ist wieder ein Silberstreif am Horizont sichtbar. In einer Verwaltungsvorlage der für Sport zuständigen Dezernentin der Stadt Köln heißt es in verkürzter Form, dass die Verwaltung beabsichtigt – Zitat:- „vorbehaltlich einer abschließenden positiven Prüfung der vom Verein noch einzureichenden Unterlagen, dem Verein im Jahr 2017 eine städtische Beihilfe …. zu gewähren“. Das heißt: Jetzt müssen wir noch schneller planen und gründlicher rechnen, um so schnell wie möglich den Kriterien einer positiven Prüfung durch die Stadt gerecht zu werden. Die Unterstützung von rund 80 Personen, die dem SSC Köln zur Aufstockung der vom Verein verlangten Eigenbeteiligung an den Gesamtinvestitionen einen beachtlichen vierstelligen Betrag über das Crowdfunding-Projekt der KÖLNER BANK gespendet haben, ist uns eine große Hilfe. Vielen, vielen Dank! Alle Spender stärken unsere Zuversicht in den Bau der Inline-Skatingbahn in Köln. Vor allem unsere Nachwuchsskater sind voller Hoffnung.