Ein Rekord, eine Premiere, ein 4. Platz bei der Masters-WM und eine Medaillenschwemme

Mechelen (Belgien), Duisburg und Damp - wer Reisen unternimmt, kann was erzählen. Claudia Maria Henneken zum Beispiel: Beim Europa-Cup-Wettbewerb auf der Bahn in Mechelen stellte sie mit 48,663 sec. über 500 Meter/Massenstart einen neuen persönlichen Rekord auf. Neues erlebte sie auch einen Tag später: Maria musste zu ihrer ersten Dopingkontrolle. So etwas gab es natürlich nicht bei den NRW-Landesmeisterschaften auf der Bahn in Duisburg, auch wenn die Kölner Roll-Möpse dort insgesamt acht Medaillenplätze belegten. Die weiteste Reise unternahm Marion Althoff, die in Damp an der Ostseeküste an der Masters-Weltmeisterschaft im Inline-Marathon teilnahm und sich mit dem undankbaren, aber immer noch tollen 4. Platz zufrieden geben musste.

Mit ihrem Abschneiden bei den Europacup-Bahnrennen in Mechelen können unsere Klubmitglieder Claudia Maria Henneken und Lena Haucke, die in Belgien im Trikot des CadoMotus Team NRW antraten, sehr zufrieden sein. Für Lena war es einmal mehr auf einer Bahn, von der wir Kölner Roll-Möpse in der Sportstadt Köln nur träumen können, eine weitere wichtige Erfahrung. Claudia Maria wiederum mischte unter den maximal 12 Teilnehmerinnen schon kräftig mit. Noch konnte sie im Einzelsprint über 300 m die 30-Sekunden-Marke nicht überwinden. Aber mit ihrem persönlichen Rekorde von 48,663 Sekunden über 500 Meter belegte sie immerhin schon Platz 5. Im 5000 Meter Punkterennen kam Maria sogar nach 8:43,823 Minuten als Vierte ins Ziel, nachdem sie im Schlussspurt den Angriff der schwedischen Nationalskaterin Helena Gustafsson geschickt abgewehrt hatte. Aber weil die Schwedin zu Beginn des Rennens, als sich Maria noch etwas zurück hielt, Punkte gesammelt hatte, wurde sie hinter den siegreichen Sabine Berg aus Gera und der Italienerin Francesca Lollobrigida aber noch vor unserer Maria auf Rang drei platziert. Sonntags im abschließenden 20000 Meter-Rennen mit Punkten und Ausscheidung landete Maria nur deshalb auf Rang 6, weil ihr noch etwas die internationale Erfahrung fehlt. In der Wochenend-Gesamtwertung wurde sie immerhin Fünfte.

Zum Erfahrungszugewinn gehörte auch die erste Dopingprobe, zu der Claudia Maria ausgelost wurde. Da ich als Autor dieses Berichts samstags das Umfeld der Europacup-Veranstaltung in Mechelen erlebt habe, war ich entsetzt, unter welchen Umständen Sportlerinnen und Sportlern die Dopingproben in Mechelen abgenommen wurden. Der Kampf gegen den Doping-Missbrauch im Sport muss sein, wenn die Fairness im Sport gerettet werden soll. Das Procedere der Kontrolle muss aber so gestaltet werden, dass die Würde der Sportler gewahrt wird. In einem speziellen Regelwerk der nationalen und internationalen Anti-Doping-Agenturen sind genaue Vorgaben für Dopingkontrollen festgelegt. Die unsaubere und zudem öffentliche Toilettenanlage in Mechelen (Zeuge: meine Frau) wurde dem Reglement jedoch eben so wenig gerecht wie der Aufenthaltsraum für die zur Kontrolle ausgelosten Sportler, der eher einer hässlichen Rumpelkammer entsprach. Über die unwürdigen Umstände in Mechelen habe ich als Privatperson den Deutschen Rollsport- und Inline-Verband informiert, verbunden mit der Bitte, die Informationen weiter zu leiten an die nationalen und internationalen Anti-Doping-Agenturen.

Ebenfalls international aktiv auch Marion Althoff bei der Masters-Weltmeisterschaft im Inline-Marathon im Ostseebad Damp. Dort rechtfertigte sie ihrer Nominierung für das deutsche Nationalteam als beste Deutsche in der AK50 in vollem Umfang. Ihre Zeit von 1:35:04 Stunden, mit der sie Platz vier belegte, verdient Hochachtung, ist der sehr faire und landschaftlich sehr schöne Kurs an der Ostseeküste doch extrem windanfällig und strapaziös. Die drei Medaillengewinnerinnen aus Italien, Österreich und den USA hatten einen Vorsprung von rund viereinhalb Minuten.

Medaillenschwemme für unsere Starterinnen und Starter bei den NRW-Landesmeisterschaften (Bahn) in Duisburg: Viermal belegten Kölner Roll-Möpse den ersten Platz, viermal wurden sie Zweite. Den härtesten Kampf focht unsere „Dreigestirn“ Melvin, Max und Sebastian – alle Schüler D – untereinander aus. Melvin Langel siegte im Dreikampf vor Maximilian Jeschick. Sebastian Kieser verpasste Bronze um 6 Hundertstelsekunden, die ihm im abschließenden 200-Meter-Lauf gegenüber dem in der Gesamtwertung punktgleichen Drittplatzieren fehlten, weil bei Punktegleichheit der Zieleinlauf im längsten Rennen über die Gesamtplatzierung entscheidet.

Souveräner NRW-Meister wurde bei den B-Junioren Robert Woermann. In allen drei Disziplinen – 500 Meter Sprint, 3000 m Punkte und 5000 m Ausscheidung – war er der Beste und erreichte somit die Idealpunktezahl 3. Verena Papenfuß war bei den Aktiven Damen konkurrenzlos, sammelte aber in ihren Rennen gemeinsam mit Cadetten und B-Juniorinnen wertvolle Bahnerfahrung. In der AK60 der Männer schüttelte Hanspeter Detmer auf der 500-m-Distanz zunächst seine Müdigkeit aus den Beinen, nachdem er am Vortag in Mechelen noch an einem 60-km-Rennen teilgenommen hatte. Weil er über 1000 Meter sowie über 3000 Meter seinen Konkurrenten Peter Kleiner aus Duisburg jeweils im Spurt besiegte, landete er in der Gesamtwertung auf dem 1. Platz.

Drei Silbermedaillen gab es für Kiana Golkaramnay (Schülerinnen D), sowie für die Brüder Max (Schüler B) und Jan Kaldenhoff (Cadetten). Kiana ist eine Super-Starterin, muss aber auf längeren Strecken das richtige Gleiten noch lernen. Max überraschte mit seinem tollen Sprint über 200 Meter, als er den favorisierten Timo Lehnertz besiegte. Sein Handicap ist der Rollgewandtheitslauf. Bei den Cadetten überraschte nach langer Verletzungspause Jan Kaldenhoff. Noch fehlt ihm die Spritzigkeit im Sprint. Aber seine Rennen über 3000 und 5000 Meter sollten ihn für die Zukunft motivieren.

Bei den Schülerinnen C könnte Lea Marie Jeschick mit einem besseren RGL in allen Gesamtwertungen deutlich Boden gewinnen. Im Sprint verpasste sie nur hauchdünn das Finale. Souverän ist Lea auf längeren Distanzen. So wurde sie im 500-m-Massenstartrennen Dritte und belegte in der Gesamtwertung Platz 5. Ebenfalls auf dem 5. Platz landete in den Schülern B Tom Bartels, der in der 200-m-Sprintausscheidung immerhin Dritter geworden war.