Grandioses Finale im Westdeutschen Speedskating Cup 2014

Inline Day Kerpen Team DamenInline Day Kerpen Team DamenWelch ein glanzvolles Finale am ersten September-Sonntag in Langenfeld/Rheinland zum Abschluss der sieben Saisonrennen im Rahmen des Westdeutschen Speedskating Cup 2014! Nach 90 Minuten plus eine Runde rasten 17 Männer innerhalb von fünf Sekunden über die Ziellinie. In einer Stunde, 35 Minuten und maximal 18 Sekunden hatten sie auf dem 2,3 km langen Langenfelder Rundkurs 55,2 Kilometer zurück gelegt. Aus der Sicht des SSC Köln besonders erfreulich: Im Spitzenpulk dabei unser 18jähriger Robert Woermann. Gewonnen wurde das Rennen von den Routiniers Markus Pape vom LC Solbad Ravensberg und Michael Puderbach von TuWi Adenau.

Noch mehr Bewunderung als die geballte Men-Power verdient jedoch Claudia Maria Henneken, die Sportwartin des Speed Skating Club Köln. Nach 1:38:14,8 Stunden hatte sie mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 32,3 km/h insgesamt 52,9 km wie bei einem Einzelzeitfahren einsam und alleine und ohne jegliche Unterstützung zurück gelegt. Claudia Marias Vorsprung vor der Zweitplatzierten Karolina Kierzkowski und der Dritten Silke Röhr betrug mehr als zwei Minuten – im Speedskating eine Ewigkeit.

Vom Start weg hatte Claudia Maria den Alleingang gewagt und baute Runde für Runde ihren Vorsprung ohne jegliche Windschattenhilfe vor ihren Verfolgerinnen, die am Ende immerhin noch ein Quintett bildeten, aus. Damit wiederholte die in wenigen Tagen 29 Jahre alt werdende Kölnerin den Husarenritt, mit dem sie eine Woche zuvor schon in Bennigsen (bei Hannover) zunächst das offizielle Einzelzeitfahren über 11km sowie sonntags auch das Marathon-Rennen zum Abschluss der Nord-Cup-Saison gewonnen hatte.

Aber nicht nur Claudia Maria zeigte Mut und Behauptungswillen. Auch ihre Team- und Club-Kameradin Theresa Ricke musste sich 96 Minuten lang auf 48,3 Kilometern alleine behaupten, nachdem sie kurz nach dem Start den Anschluss an Claudia Marias kleine Verfolgerinnengruppe verpasst hatte. Dennoch brachte es Theresa auf durchschnittlich 29,98 km/h.
Übrigens befand sich beim Zieleinlauf auch Michaela Geppert (Rhein-Neckar Skater e.V.) in dem Verfolgerinnen-Quintett. Im Damen-Gesamtklassements belegte sie schließlich Rang vier. Theresa, die sich in dieser Saison enorm gesteigert hat, kam auf Platz sieben. Zwölfte wurde Lena Haucke nach 46 Renn-Kilometern. Astrid Baum kam auf 34,5 und Barbara Scholz auf 32,2 Kilometer.

In der Tages-Teamwertung siegte bei den Damen zwar das RACE-Team der Düsseldorfer Speedskaterinnen vor dem Custom-Sport-Frauenteam NRW, das bis auf Michaela Geppert aus Mitgliedern des SSC Köln besteht. Allerdings hatte das Custom-Sport-Team den Sieg in der Saison-Gesamtwertung schon in der Tasche. Seinen vier Teamsiegen in Paderborn, Büttgen, Kerpen und Duisburg vermochten die Düsseldorferinnen nur drei Siege in Lechtingen, Bennigsen und nunmehr Langenfeld entgegen zu setzen.

Wie schön hätte die WSC-Saison 2014 für die Herren des SSC Köln verlaufen können wenn…! Das Saisonfinale offenbarte die verpassten Chancen. Zu den vielen Wenn’s gehörte gleich im ersten Saisonrennen in Paderborn der schwere Sturz von Robert Woermann bei km 4. So musste der 68jährige Hanspeter Detmer als Dritter des SSC Köln in Paderborn die Teampunkte absichern, die Andre Steinhauer und Pascal Kneip couragiert erarbeitet hatten. Im nächsten Rennen kam Robert zwar in die Teamwertung zurück. Aber fortan fiel Andre Steinhauer lange Zeit aus. Ein Glück, dass Pascal Kneip in seinem ersten WSC-Jahr von Rennen zu Rennen besser in Schwung kam. Platz drei bei den Aktiven in der WSC-Rangliste ist sein verdienter Lohn.

Und dann kam das Finale in Langenfeld. Endlich waren Robert Woermann, Andre Steinhauer und Pascal Kneip unter sich, zumal Hanspeter verletzungsbedingt gar nicht an den Start gehen konnte. Das Jungmannen-Trio nutzte die Gunst der Stunde: Woermann fegte mit durchschnittlich 34,75 km/h dem Ziel entgegen; Andre Steinhauer und Pascal Kneip brachten es auf durchschnittlich 32 km/h. Das lässt bei Woermann unter optimalen Bedingungen eine Marathon-Zeit von unter 1:13 Stunden sowie bei Steinhauer und Kneip von unter 1:19 Stunden erhoffen. Als Team belegte das SSC Köln-Trio in Langenfeld unter den 14 WSC-Team den 5. Platz. War unser Herrenteam am Ende der letztjährigen WSC-Saison noch Tabellenletzter, so sind wir am Ende einer erneut nicht leichten Saison 2014 immerhin auf Rang acht gelandet mit drei jungen Talenten, die noch viel Perspektive haben.