Rollsporttage Gera – Gelungene Generalprobe für die DM 2012

Der erste Rekord wurde schon bei der Anreise aufgestellt. Noch nie reisten es so viele aktive Kölner Roll-Möpse – exakt 8 - wie in diesem Jahr zu den Internationalen Rollsporttagen in die deutsche Speedskater-Hochburg Gera. Mit der Masse kam auch Klasse. Claudia Maria Henneken findet immer mehr Gefallen an den Bahnrennen, stellte zwei persönliche Bestleitungen auf und nähert sich auch auf der Bahn immer mehr der Elite der deutschen Speedskating-Damen an. Auch Lena Haucke konnte sich im Sprint sowie im 500-Meter-Massenstartrennen nochmals deutlich steigern. Robert Woermann kämpfte sich erstmals in einem sehr schnellen 5000-Meter-Punktefahren bis zum Ende durch und wurde nicht wegen Überrundung vorzeitig aus dem Rennen genommen. Und Hp. Detmer schrammte nur um wenige Hundertstelsekunden an seinem vor drei Jahren in Gera aufgestellten 1000-m-Bahnrekord (Ak60) vorbei.

Schon der Auftakt beim Geraer Sparkassen-Cup war vielversprechend: Erstmals blieb Claudia Maria über 300 Meter mit 29,648 Sekunden unter der 30-Sekunden-Barriere. Fortsetzung folgte dann am nächsten Tag zum Auftakt der sich aus drei Disziplinen zusammen setzenden Europacup-Wertung. Über 500 Meter erreichte Claudia Maria zu ihrer großen Freude das Halbfinale und belegte in der Endabrechnung dieser Disziplin mit einer Zeit von 48,388 Sekunden den 7. Platz.
Einmal gut in Schwung gab sie dann auch im 10000-Meter-Ausscheidungsrennen Vollgas. Nur einem Hörfehler ist es anzulasten, dass sie nicht gemeinsam mit den deutschen Topläuferinnen ins Ziel kam. Bei der letzten Ausscheidung waren die noch im Rennen verbliebenen Skaterinnen ganz dicht beieinander. Maria glaubte gehört zu haben, sie sei von den Schiedsrichtern dann doch noch als Letzte des Pulks aus dem Rennen genommen worden und ließ sich daraufhin zurückfallen. Dabei war eine andere Läuferin in diesem Moment Schlusslicht. Schade – denn einer Glanzvorstellung von Maria fehlte somit am Ende der verdiente Glanz. Immerhin belegte sie in der Europacup-Gesamtwertung von Gera unter 15 Starterinnen den 6. Gesamtplatz. Lena Haucke freute sich nach dem 500-m-Massenstartrennen über ihre persönliche Bestzeit von 56,566 Sekunden.

Robert Woermann nutzte die Rollsporttage, um sich schon auf die Deutschen Meisterschaften vorzubereiten, die am dritten Juni-Wochenende auf derselben Bahn in Gera stattfinden. Immerhin wurde Robert in seinem ersten B-Junioren-Jahr in Gera auf Anhieb achtbester Deutscher. Das wäre dann auch jener Platz, von dem er am Ende der DM träumt. Noch muss er im Sprint etwas zulegen. Beim 300 Meter Sprint kam er auf 29,261 Sekunden. Um richtig mit zu reden müsste Robert noch mindestens eine Sekunde schneller werden. Im 10-km-Ausscheidungsfahren fehlte es ihm dann an Cleverness. Dafür aber war er bestens aufgelegt im abschließenden 5000-m-Punktefahren, in dem er zwar keine Punkte holte, aber erstmals in einem solchen Rennen den Kontakt zur Spitzengruppe hielt. Roberts Durchschnittsgeschwindigkeit auf der 5-km-Distanz lag bei exakt 36,713 km/h.

Sebastian Kieser startete zwar mit Startnummer 1. Aber was die Endplatzierung anbetrifft, konnte er die 1 nicht behaupten. Kein Wunder: Der knapp Siebenjährige, der über unser Sommerferiencamp 2011 zum Speedskaten gestoßen war, wurde überwältig von der großen Atmosphäre, den vielen Zuschauern rund um eine der schnellsten Speedskating-Bahnen Deutschlands und der professionellen Organisation. Wer in NRW zu den Besten gehört, hat im gesamtdeutschen Vergleich schon in der Altersklasse der Schüler D noch lange nichts zu bestellen. In allen Disziplinen – im 20 Meter Massenstart, im Rollgewandtheitslauf und im 100 Meter Massenstart – wurde Sebastian deutlich geschlagen Letzter. Dennoch grämte sich Sebastian nicht: „Ich bin gekommen, um zu lernen. Wir müssen viel intensiver trainieren, wenn wir uns verbessern wollen. Im nächsten Jahr werde ich wieder nach Gera fahren. Dann aber will ich nicht mehr Letzter werden.“ In Gera tummelten sich am Sonntag in den Schüler-Klassen 166 (!) Kinder auf dem 200-Meter-Oval.

Marion Althoff, eine Woche zuvor noch Vierte in der AK50 der Damen bei der Masters-WM im Inline-Marathon in Damp, stellte nach ihren beiden Rennen über 3000 Meter und 1000 Meter fest, dass Bahnrennen nicht ihre Zuneigung finden. Derweil Hanspeter Detmer (AK60) durchaus zufrieden war. Über 3000 Meter fehlt ihm nach soeben erst beendeter Allergie-Phase noch die Länge. Im 1000 Meter Rennen hätte er jedoch die Zwei-Minuten-Marke geknackt, wenn er nicht schon am Start behindert worden wäre. Der DM-Teilnahme Ende Juni in Gera sieht er hoffnungsvoll entgegen.

In der Breitensportklasse nutze Daniela Leal die Möglichkeit, sich in zwei Rennen auf ihre Teilnahme an der National Games der Special-Olympics-Sportler in München vorzubereiten. Keine Mühe hatte sie mit den überhöhten Kurven. Und von der großen Zuschauerkulisse wurde sie sichtlich motiviert. Paul Trzos fuhr bei den Breitensport-Männern einsame Rennen. Spätestens wenn er in die AK30 kommt, sollte er jedoch gute Chancen haben.