Süddeutsche Meisterschaften – Premierenbericht einer Premieren-Mutter

SDM SiegerSDM SiegerOhne die Unterstützung ihrer Eltern können vor allem noch unerfahrene Kinder und Jugendliche nicht an einer Meisterschaft teilnehmen. Aber auch für die Eltern war das Drumherum bei den Süddeutschen Meisterschaften in Homburg Neuland und entsprechend aufregend. Den Bericht auch von „ihrer“ Meisterschaftspremiere, geschrieben von Ines Kieser – Mutter von Sebastian Kieser, der erst vor 10 Monaten mit Inline-Skaten begonnen hat und inzwischen schon an den für seine Altersklasse bedeutendsten Rennen teilnimmt - wollen wir keinem vorenthalten.

Unser “erstes Mal“ war total aufregend! … und damit meine ich nicht nur die Teilnahme an der Süddeutschen Meisterschaft in Homburg für Sebastian und seine Mitstreiter, sondern auch das Übernachten im Zelt, Urlaub mit Hunden sowie 3 Tage mit einer so tollen Truppe! Die Wetterprognose war zwar nicht so gut. Trotzdem wagten sich die “Mutigen“ ins Zelt. Einige übernachteten in Hotels oder Privatquartieren.

Samstagmorgen starteten die Wettkämpfe erst einmal pünktlich bei super Sonnenschein und herrlichen Temperaturen. Obwohl alle im Training mit Maria und Beate die Rollgewandtheitsläufe ausführlich geübt und sogar Sonderschichten eingelegt hatten, waren wir ziemlich überrascht, dass man die Stangen, Pylonen und Hütchen auf dem ganzen Oval einer Bahn verteilen kann. Nun hieß es für die kleinen eine halbe Runde und für die größeren Schüler auf einer ganzen Runde ihr Können unter Beweis zu stellen. Und obwohl es in den Kurven bergauf und bergab ging, haben es alle prima geschafft. Ich war begeistert, wie schnell nach einem Sturz alle wieder auf den Rollen waren, sich die Schoner zurechtrückten und schon wieder davon sausten und – man glaubt es kaum - auch noch auf vordere Plätze kamen.

Schon in Gera, wo ich mit Sebastian schon drei Wochen zuvor an den Internationalen Rollsporttagen teilgenommen hatte, habe ich erfahren, welchen Belastungen ein Team ausgesetzt wird, wenn es die Kinder zwischen den Rennen zu beschäftigen gilt. Hier in Homburg war das alles jedoch entspannter, weil erstens die Kinder – genug an der Zahl – miteinander spielten und zweitens genügend Eltern da waren, die sich abwechselnd um das Wohl der Zwerge kümmerten. Und da spielte es nicht mal eine Rolle, ob die Kinder am Tisch zu unserem Verein gehörten.

Das gefällt mir sowieso so gut: nette Gespräche und Anfeuern der Sportler auch aus den anderen Teams (Wo liegt eigentlich Heepen? – muss ich mal googlen) und nicht zu vergessen die netten Unterhaltungen mit den Schiris auf der Bahn. Das kam uns bestimmt zu Gute, denn unser “singendes Megaphon“ wurde von den Damen und Herren in Weiß nur begrenzt geduldet. Trotz schmerzender Hände vom Schlagen auf die Bande und langsam versagender Stimme wurden die Rennen immer sehr stimmgewaltig von uns unterstützt.

Als es am Samstagabend dann später wurde, weil die Rennen vom Sonntag vorgezogen wurden, drohte unser gemeinsames Abendessen zu kippen. Dank Internet und Pizza-Joy konnten wir aber mit den Kindern direkt am Rande der Bahn noch etwas italienisches Flair nach Homburg holen und tafelten wir mit Pizza, Capri-Sonne und Wundertüten, bis es
dunkel wurde. Derweil hatten sich Robert und Hanspeter zu Fuß in Richtung Stadtzentrum aufgemacht, um die „Heimkehrer“ vom Mittelrhein-Marathon zu treffen und mit ihnen das Privatquartier aufzustöbern.

Ernüchternd war der Sonntagmorgen – zumindest für uns sieben im Zelt. Da nützte alles Jammern nichts: Kinder ins Auto und ran an die Zeltstangen. Und nur am Rande: auch eine solche Arbeit kann Spaß machen! Nach dem Frühstück an der Bahn nutzten alle die
Regenpausen, um sich warm zu fahren, denn die ersten Rennen wurden fast pünktlich gestartet. Und für den Laien wie mich boten sich nun haarsträubende Bilder und Szenen: Rennen in strömendem Regen, natürlich auch Stürze. Und was mich faszinierte: eine wilde Schrauberei an den Skates begann. Da wurden Regenrollen aufgezogen,
untereinander getauscht und abwechselnd gefahren. Das war echter Teamgeist. Alle schraubten irgendwie mit, damit jeder komplett montiert im nächsten Rennen starten konnte. Am Mittag fiel dann die Entscheidung zum Rennabbruch, was für uns Eltern erlösend war und für einige eine positive Auswirkung auf die Rennergebnisse hatte. Denn Vorläufe wurden gewertet und ungeliebte Disziplinen wurden nicht absolviert. So rettete Maximilian seinen 3. und Sebastian seinen 4. Platz in der Gesamtwertung. Und Max wurde mit der Silbermedaille nach seinem formidablen 200-m-Sprint am Vorabend belohnt.

Schade allerdings für Marc, der mit seiner ganzen Familie extra angereist war und nun als stellvertretender Jugendwart und Teambetreuer nichts mehr zu tun bekam. Trotzdem Dankeschön von uns Eltern! Alles zusammen genommen hatten wir ein total schönes Wochenende mit spannenden Rennen, leckerem Essen und herrlichen Konversationen, die uns näherkommen ließen. So freue ich mich jetzt schon auf das nächste Wochenende mit Euch – Eure Ines Kieser.