Süddeutsche Meisterschaften (Bahn) – acht Medaillen in toller Atmosphäre

SDM Homburg Siegerinnen DamenSDM Homburg Siegerinnen DamenAm Ende der Süddeutschen Meisterschaften hätte Robert Woermann eigentlich allen Grund gehabt, stinksauer zu sein. Doch statt sich über die vier Hundertstelsekunden zu ärgern, die ihm im 1500 Meter Rennens zum Gewinn der Bronzemedaille fehlten, zog der 16jährige B-Junior ein rundum positives Fazit: „Seit neun Jahren gehöre ich dem SSC Kölner Roll-Möpse an. Aber eine solche Atmosphäre habe ich noch nie erlebt. Alle Vereinsmitglieder wurden herausgefordert, ihre beste Leistung zu zeigen. Stimmgewaltig wurden die Aktiven unterstützt von denen, die am Rande der Bahn standen. Und toll fand ich, dass erstmals so viele Eltern ihre Kinder begleiteten und zum Wettkampf motivierten.“ Die gute Stimmung unter den neun Sportlerinnen und Sportlern sowie neun Begleitern schlug sich dann mit drei Silber- und fünf Bronzemedaillen auch in der bislang besten Medaillenbilanz nieder, die der SSC Kölner Roll-Möpse bei einer Süddeutschen Meisterschaft auf der Bahn erzielte.

Gleich zweimal durfte zunächst Maximilian Jeschick (Schüler D) aufs Treppchen – samstags bei schönstem Wetter nach dem Rennen über 300 und sonntags nach dem Regenrennen über 200 Meter. In beiden Rennen wurde Sebastian Kieser, der noch mit Kaufhaus-Skates angetreten war und sehnlichst auf seine Speedskates wartet, Vierter. Leidtragende des Regens am Sonntag war bei den Schülerinnen D Kiana Golkaramnay, deren Spezialdisziplin `Sprint´ wegen der Rutschgefahr abgesagt wurde. Wahrscheinlich hätte Kiana dann sogar gewonnen. Denn in allen Rennen über 100, 200 und 300 Meter war sie auf den ersten 40 Metern die schnellste Starterin, fiel dann aber zurück, weil sie es noch nicht gelernt hat, aus den Startschritten in die Gleitphase umzuschalten. Aber es war ja auch für die Sechsjährige der erste große, aufregende Wettbewerb vor soooooo vielen Zuschauern.

Bei den C-Schülerinnen startete Lea Marie Jeschick gleich mit einem Handicap in den ersten von insgesamt 5 Wettbewerben an dem Wochenende. Der Rollgewandtheitslauf war ungewöhnlich lang – eine Runde gleich 200 Meter – und auch ungewöhnlich aufgebaut mit Auf- und Abfahrten in den beiden überhöhten Kurven. Sportler, denen mangels einer Sportart spezifischen Sportstätte in Köln keine ordentliche Möglichkeit geboten werden kann, so etwas zu trainieren, sind dann hoffnungslos im Nachteil.

Groß war der Jubel bei Max Kaldenhoff (Schüler B) nach dem Vorlauf über 200 Meter Massenschaft. Hinter dem Darmstädter David Barzin hatte Max den zweiten Platz mit drei Hundertstelsekunden Vorsprung vor Timo Lehnertz (SSK Kerpen) erobert und sich damit für das Finale qualifiziert. Die Zeit von 24,62 Sekunden für Max sollte dann auch im Rahmen der Süddeutschen Meisterschaft die zweitschnellste Zeit der B-Schüler über 200 Meter bleiben. Deshalb erhielt er auch die Silbermedaille, obwohl kein Finale mehr ausgetragen wurde. Was war passiert? Auf Grund des Regens wurden die Sprint-Finals am Sonntag alle abgesagt. Über die Platzierung entschieden die Schiedsrichter dann wie folgt. Das SDM-Gold ging an den Sieger des Vorlaufs, in dem auch Max gestartet war. Silber und Bronze gingen an die weiteren Zeitschnellsten beider Vorläufe. Der belgische Sieger des zweiten Vorlaufs - zudem auch langsamer als Max Kaldenhoff - wurde in die SDM-Wertung nicht einbezogen.

In seinem ersten B-Junioren-Jahr hatte sich Robert Woermann eigentlich keine Hoffnungen auf einen Medaillengewinn gemacht. Mit dem überragenden Simon Albrecht aus Groß-Gerau, Edwin Bott aus Darmstadt und Erik Heß vom SDM-Gastgeber ERC Homburg standen eigentlich die Medaillengewinner fest. Platz vier war Roberts Ziel. Doch im 1500-Meter-Rennen schrammte er nur um vier Hundertstelsekunden an der Überraschung vorbei. Ein winzig kleiner Ausrutscher in der Schlusskurve warf Robert um die im Sprint fehlenden Zentimeter zurück.

Zweimal Silber holte Claudia Maria Henneken. Im Einzelsprint über 300 Meter war sie mit 29,98 Sekunden gegenüber der ehemaligen Juniorinnen-Weltmeisterin Mareike Thum (28,33) chancenlos.
Am Sonntag im Rennen über 3000 Meter wurde Claudia Maria dann das Opfer einer Darmstädter Teamarbeit. Da die Aktiven (Damen) gemeinsam mit den Juniorinnen gestartet wurden, machten die Darmstädterinnen Thum und Alisa Gutermuth in der entscheidenden Phase taktisch gemeinsame Sache, so dass Maria im Spurt nicht an der erneut siegreichen Mareike Thum vorbei kam. In beiden Rennen belegte Lena Haucke jeweils vierte Plätze.

Aller guten Dinge sind drei. Also sah sich Hanspeter Detmer bei den Senioren (AK60) nach seinen dritten Plätzen über 1500 sowie 3000 Meter sonntags auch über 2000 Meter in der Pflicht. Zwei Groß-Gerauer und ein Kölner Roll-Mops kämpften auf nasser Bahn um Silber und Bronze. Da kam es auf die richtige Taktik an. In der Schlussrunde hatten die Hessen den Kölner auf der Gegengeraden ausgetrickst. Also blieb zum Kontern nur der lange Kurvenweg und ein gewaltiger Endspurt. Das Finale war so knapp wie in keinem anderen Wettbewerb. Hinter dem souveränen Gesamtsieger Roman Laubhan wurde Norbert Jacobi (Groß-Gerau) Zweiter. Sechs Hundertstelsekunden später schaffte Hanspeter Detmer seinen dritten SDM-Streich mit wiederum sechs Hundertstelsekunden Vorsprung vor dem zweiten Groß-Gerauer Peter Spieler.