Zweimal Bronze bei Deutscher Meisterschaft für Kölner Roll-Möpse nach 100 km Speedskaten

Bei den Deutschen Meisterschaften im Inline-Speedskaten über 100 km rund um die Ruderregattastrecke in München-Oberschleißheim haben Claudia Maria Henneken in der Aktiven Hauptklasse der Damen und Hanspeter Detmer in seiner AK 65 für den SSC Kölner Roll-Möpse jeweils 3. Plätze belegt und somit zwei Bronzemedaillen gewonnen. Die Trainerin unseres Ausdauerkurses, Yvonne Wankerl, belegte in ihrer AK 35 den vierten Platz. Es war eine DM-Entscheidung mit einer ganz speziellen Chronologie:

Die Hinfahrt war super bei fast durchgehend eitel Sonnenschein. Dank an Hans Schmitz von den Leverkusener Speedies für die Mitnahme, und auch dafür, dass er als Fahrer selbst im einstündigen Stau bei Würzburg nicht die gute Laune und seinen Humor verlor.

Nachts kamen dann jedoch Wassermassen vom Himmel und die Vorfreude ging baden. Zwei Stunden vor dem Start nieselte es immer noch und es war sommerlich lausig kalt. Von den Gemeldeten hatten 13 Herren und drei Damen schon aufgegeben, noch bevor das Rennen gestartet wurde. Um 9.15 Uhr nahmen nur noch 17 Damen und 94 Herren ihren Helm während des Abspielens der Nationalhymne zu Beginn einer Deutschen Meisterschaft ab. Später blieben zwei Damen und 23 Herren auf der Strecke.

Mit dem Startschuß war die Rechteckstrecke rund um die Regattabahn abgetrocknet. Vom Startpunkt aus waren zunächst 1975 Schnuppermeter bis zum Ziel zurück zu legen. Dann hieß es: exakt 20 Runden à 4856 Meter. So kam man in der Summe auf 100 Kilometer.

Der kräftige Rückenwind in der Anlaufphase war trügerisch - alle freuten sich über ein Tempo von mindestens 30km/h. Dann aber ging es los: 20 mal heftigster Gegenwind auf rund 2,3 km zu Beginn einer jeden Runde, der sich im Rennverlauf bis zum Sturm aufschaukelte. Natürlich hatte man auch 20mal Rückenwind. Aber so richtig genießen konnte man den Schub nicht. Denn Asphaltaufbrüche, die kleinen Sprungschanzen ähnelten, verlangten höchste Konzentration vor allem, als diese im Rennverlauf immer mehr nachließ. Und dann zogen auch noch zwei Gewitter an der Regattabahn vorbei mit heftigsten Böen, die einen fast von der Piste fegten.

Claudia Maria Henneken fuhr natürlich ganz vorne in der Spitzengruppe der Damen. Den ersten Krampf nach zirka acht Runden - Folge der Fahrt gegen die Windwand - steckte sie noch einigermaßen locker weg. Beim zweiten Krampf war der (Titel)Zug nach ziemlich genau 70 Km abgefahren. Ähnlich ging es bei den alten AK65-Herren Hanspeter Detmer bei km 60 und km 75. "Zug weg" bedeutete: Einzelzeitfahren bei Wind und Wetter. Hanspeter fand in Detlef Leckel von der LGO Euskirchen jedoch noch einen Verbündeten und Leidensgenossen. Maria musste sich dagegen einen Rüffel der Schiedsrichter gefallen lassen, weil sie angeblich in einer langsameren Gruppe Zuflucht gesucht hätte, obwohl sie an deren Spitze das Tempo bestimmte.

Wirklich meisterlich bei dieser Meisterschaft waren die Organisation des Bayrischen Rollsport- und Inline-Verbandes und der "skatende" Getränke- und Bananenservice von Skate Munich. Runde für Runde, 20mal Dankeschön!

Nach 3 Stunden, 27 Minuten und 40 Sekunden war für Maria die Tortur zu Ende. Die Bronzemedaille stellte sie jedoch nicht zufrieden, weil ihre Erwartungen höher lagen. Immerhin: 100 km mit durchschnittlich 28,9 km/h muss man unter diesen Umständen zunächst einmal schaffen.

Hanspeter rettete sich nach 4 Stunden, 20 Minuten und 3 Sekunden noch ins 100-km-Ziel. Danach wurde das Rennen wegen des Gewitters abgebrochen. Kaputt? Nein - glücklich über den erarbeiteten und verdienten insgesamt fünften Medaillengewinn bei einer offiziellen Deutschen Meisterschaft.