NRW-Landesmeisterschaften 2008 im Speedskaten – drei Titel für die Kölner Roll-Möpse

Wer in NRW oben ist, ist von der jugendlichen Leistungsspitze in Deutschland jedoch noch weit entfernt. Als neuer NRW-Meister wurde Jannik in der Gesamtwertung der Junioren B nämlich nur Dritter – klar distanziert von Thimo Kießlich und Marcel Wolf von der ERSG Darmstadt. Im 500-Meter-Rennen waren die beiden Darmstädter neun Sekunden schneller als der NRW-Meister aus Köln.

NRW-Meisterin
bei den B-Juniorinnen wurde auch Sonja Christ von den Kölner Roll-Möpsen. Das Engagement von Sonja ist sicherlich aller Ehren wert. Wobei vor allem ihr Selbstbehauptungswille auf der harten 1000-Meter-Distanz imponierte. Aber insgesamt gesehen ist dieses Ergebnis ein trauriges Kapitel. Im Vorjahr war Sonja Zweite unter zwei Starterinnen. In diesem Jahr zog sie bei den B-Juniorinnen einsam und alleine ihre Kreise. Was den weiblichen Speedskater-Nachwuchs anbetrifft, sieht es sehr, sehr traurig aus in NRW. Diese Feststellung gilt, was Quantität anbetrifft, auch für die Klasse der A-Juniorinnen. Allerdings – die beiden, die sich in dieser Klasse einen harten, aber auch fairen Wettkampf liefern, dürften noch einiges vorhaben.

Katharina Zeuner
aus Münster war Titelverteidigerin in dieser Klasse. Nach der diesjährigen Hallenmeisterschaft darf sie ihren Titel noch einmal behalten. Aber Catherina Immich von den Kölner Roll-Möpsen, im letzten Jahr noch Meisterin bei den B-Juniorinnen, kommt ihrer Münsteraner Sportsfreundin immer näher. Hatte die Münsteranerin beim 500-Meter-Rennen noch die Nase noch knapp vorne, schaffte es Catherina im 1000-Meter-Rennen erstmals, ihre Konkurrentin letztlich sogar deutlich zu distanzieren. Nach einem brillanten Start ließ sie die Münsteranerin nicht mehr an sich vorbei. Ausschlaggebend für die Titelvergabe war jedoch, dass Katharina Zeuner im 200-Meter-Einzelsprint etwas spritziger war als Catherina Immich. Gesamtsiegerin in der ‚offenen’ Wertung wurde allerdings Mareike Thum aus Darmstadt, die den beiden NRW-Spitzenmädels deutlich voraus fuhr.

Dass in einer höheren Altersklasse ein anderer Wind pfeift, bekam Markus Lauff zu spüren. Bei den Schülern C war er im Vorjahr noch unangefochten vorne. Immerhin aber schaffte er es jetzt bei den Schülern B auch schon wieder auf den zweiten Platz.Für Lennart Gießing, den jüngeren Bruder von Jannik Gießing, war es die erste Teilnahme an einer Meisterschaft.

j_giessing.jpgAlle in dieser Saison vorausgegangenen Hallenrennen sowie das Training bei Beate van Fondern, die zu den bestausgebildeten Speedtrainerinnen in NRW gehört, hatte Lennart genutzt, um von Rennen zu Rennen und Training zu Training seine Lauftechnik zu verbessern.
Und als er dann zwei Tage vor der Hallenmeisterschaft auch noch seine Rennlizenz erhielt, war Lennart glücklich. Die Folge: Hinter dem hohen Favoriten Malte Grieswelle aus Bielefeld erkämpfte sich Lennart mit großer Konzentration den zweiten Platz.

Der Gewinn einer Medaille bei dieser NRW-Hallenmeisterschaft hat übrigens für die Schüler, Jugendlichen und Junioren sehr erfreuliche Folgen. Statt irgendwelcher Sachpreise bekommen sie nun etwas, was sie sich nicht kaufen können, was jedoch ihrem Streben nach Leistungsverbesserung weit mehr entgegen kommt: Der NRW-Landestrainer für die Speedskater Daniel Pütter hat alle Medaillengewinner dieser NRW-Meisterschaft aus dem Nachwuchsbereich zu einem Leistungs-Sondertraining eingeladen.

Abschließend sei noch erwähnt, dass Toumaj Aminian in der männlichen Hauptklasse mit Platz drei und Hanspeter Detmer mit dem Sieg in der AK60 die Erfolgsbilanz der Kölner Roll-Möpse bei der NRW-Hallenmeisterschaft im Speedskaten komplettierten.