Regen? Ver-Damp lang her…

European Masters Inline-Marathon 2011 - Hanspeter Detmers Eindrücke

Frühjahrssonne und hoffentlich kein Ende an der Ostseeküste in Damp, wenige Kilometer nördlich von Eckernförde. Zudem auch noch ein Rennen mit klangvollem Namen: European Masters – sozusagen Europameisterschaft für die Altersklassen über die Marathon-Distanz von 42,195 km. Da ist schon das Dabei sein alles.

Bereits im letzten Jahr war Damp die 550-km-Anreise wert, auch wenn am Ende unter 20 Startern in der AK60/70 nur Platz 18 heraussprang. Der heftige Küstenwind hatte jedem Teilnehmer das Letzte abverlangt.

Auf ein Neues 2011. Die Herausforderung lag in der Unterbietung der persönlichen Vorjahreszeit. Doch welch ein Schock am Vorabend des Marathon-Rennens: Temperatursturz und Regenvorhersage. Zwei Stunden vor dem Start zeigte das Thermometer nur 9 Grad. Der Asphalt war feucht bis nass. Der Wind fegte dicke schwarze Wolken übers Land. Auch wenn es in der letzten Stunde vor dem Start nicht regnete: Auf die Schnelle mussten noch Regenrollen montiert werden.

Meisterschaftsrennen werden nach strengeren Regeln ausgetragen. Zwischen den einzelnen Altersklassen gibt es Zeitdifferenzen am Start. Und keiner darf den Windschatten eines Sportlers einer anderen Altersklasse nutzen.

Unter den 154 EM-Teilnehmern war ich der einzige Starter, der für den SSC Kölner Roll-Möpse antrat. Aus meinem Startblock der AK60/70 gingen 19 Männer ins Rennen. Schon nach nur zwei Kilometern löste sich ein Teil des Feldes auf. Für mich begann das Einzelzeitfahren – und noch 40 Kilometer bis zum Ziel vor mir.

Dann kam er, der Wolkenbruch. Regen in Damp? Der Kölner erinnerte sich an BAP: Ver-Damp lang her. Der eiskalte Wind presste das Wasser selbst durch die Wärmejacke bis auf die Haut. Noch 20 km… war das noch Skaten oder schon Freischwimmen in nassen Skates?

Am Himmel gab es einen Lichtblick. Und der Wind wirkte auf den Asphalt wie ein Gebläse. Noch mal kämpfen, und schneller werden. Denn die nächste dicke Wolke nahte.

Endlich im Ziel des 90. Inline-Marathon-Rennens seit der Premiere 1997. Der Regen setzte wieder ein. Immerhin 12. Platz in der AK-Wertung; von der Platzierung her besser als im Vorjahr. Über Zeiten redet man unter solchen Bedingungen nicht.

Wo aber war Fred, mein Freund? 1200 Meter vor dem Rennende hätte er nach links in Richtung Ziel abzubiegen müssen. Was trieb ihn jedoch nach rechts in die überflüssige fünfte Runde einzufahren? Wer zu Hause Altbier trinken muss, konnte vom Regen wahrscheinlich nicht genug bekommen. Erst nach einem Kilometer bemerkte Fred den Irrtum, drehte um und wurde auch noch zum Geisterfahrer. Der Kölner hat es leicht mit der Beurteilung eines solchen Blödsinns: „Typisch Düsseldorfer“.