Tolle Leistungen der Sportler trotz chaotischer Organisation beim Köln Marathon 2013

KM 2013 Joseph ZimmerKM 2013 Joseph ZimmerEin Bericht von Claudia Maria Henneken

Der Blick aus dem Fenster am Sonntagmorgen verhieß nichts Gutes.
Trotz der widrigen Temperaturen um 10 Grad und anhaltender Nässe machten sich 17 Mitglieder des SSC Köln auf den Weg zum Start nach Köln Deutz. Dort angekommen nahm das Chaos dann seinen Lauf.
Nachdem die Umkleiden, oder was als diese bezeichnet wurden, endlich entdeckt worden waren, musste man ernüchternd feststellen, dass man zwar durch Gitter mit Planen vor Spannern geschützt war und ein Vordach den Regen abhielt, etwas Wärme aber eine Illusion bleiben sollte. Umkleiden sollte man sich also bei 10 Grad im Freien, auf kalten Steinplatten, geschützt von Plastikplanen. Viele Sportler suchten daraufhin im Bahnhof Köln Deutz Zuflucht bis sie dort rausgeschmissen wurden. Andere hatten etwas mehr Glück in der gegenüber gelegenen Jugendherberge.
Nachdem die Sachen dann endlich im Kleiderbeutel verstaut waren, galt es diesen in einem - ja es gab nur einen einzigen LKW Nr. 16 für alle Inlineskater - zu verstauen. Leider standen die LKWs nicht in der Aufstellung, wie sie in der Teilnehmerinformation angekündigt worden waren, sondern in umgekehrter Reihenfolge. Aber einfach den Massen folgen, es sind ja noch 15min. bis zum Start, nur kein Stress!

Die Fakten:
1 LKW, 1000 Inlineskater, 2 Helfer vor dem LKW zur Beutelannahme, 2 Helfer im LKW zur Beutelverfrachtung

Ergebnis:
Lange Warteschlangen und ein heilloses Durcheinander, die Beutel wurden teilweise von den Sportlern selber irgendwie in den LKW geworfen, damit man noch pünktlich zurück zum Start rollen konnte. Zum Aufwärmen blieb keine Zeit mehr, der Puls durch den Stress eh schon im Maximalbereich, kurze Konzentration, letzte Anweisungen durch die Schiris von irgendwelchen neutralen Zonen am Severinsplatz und der Bitte dort besonders vorsichtig zu sein.
Und dann kam etwas was ich noch nie zuvor in Köln erlebt habe, es wurde pünktlich auf die Sekunde gestartet. Die folgenden Blöcke sogar etwas früher als im Zeitplan vorgesehen.

Als erstes gingen die Damen der Kategorie Speed auf die Strecke.
Mit dabei Lena Haucke, Michaela Geppert, Verena Papenfuß und Claudia Maria Henneken.
Schnell zerfiel die Spitze auf 15 Sportlerinnen, durch das Wetter gab es in den zahlreichen Kurven zwar immer wieder einzelne Stürze, die Sportlerinnen konnten jedoch immer wieder, durch ihre Teams unterstützt, zur Spitze aufschließen. Das Rennen verlief ruhig ohne Attacken und Tempoverschärfungen. Bei km 38 stürzte dann leider auch Verena, aber auch sie konnte wieder zur Spitze aufschließen. Die letzten 1,5 km entwickelten sich dann in der Damenspitze zu einem Nahkampf in dem alles erlaubt war, nach dem Motto der Schiri sieht eh nichts und wenn doch, dann wird ja eh nicht durchgegriffen. Vielleicht sollten wir im Winter eine Einheit Boxen in den Trainingsplan aufnehmen, damit wir in der kommenden Saison auch auf diesem Niveau mithalten können! Am Ende hieß es für Maria Platz 8 in der Gesamtwertung. Verena fehlte am Ende, nach ihrem Sturz so kurz vor dem Ziel, die Kraft im Zielsprint, sie erreichte Platz 14. Michaela absolvierte den gesamten Marathon im Einzelfahrmodus mit der klasse Zeit von 01:34:45 Std. und Lena fuhr ein entspanntes sturzfreies Rennen und wurde 27.

Kurz nach den Frauen durften auch die Männer der Kategorie Speed auf die Strecke.
Hier ging neben Robert Woermann und Martin Vossler auch erstmalig Joseph Zimmer an den Start.
Bereits am ersten Anstieg die Deutzer Brücke hoch teilte sich das Feld der Topfahrer. Robert, Martin und Joseph fanden sich in einer Verfolgergruppe wieder. Irgendwann verlor Robert den Anschluss und auch Joseph und Martin machten Bekanntschaft mit dem nassen Asphalt. Konnten aber wieder Anschluss finden. Bemerkenswerterweise schien es dem Newcomer überhaupt nichts auszumachen, dass er keine Regenrollen besaß, er bemerkte zwar am Rande, dass er nicht richtig abdrücken konnte, hielt dafür aber außerordentlich gut mit. Seine Zeit aus Berlin konnte er auf dem schwierigen nassen Kurs zwar nicht toppen aber Platz 67 in seinem ersten Rennen im Feld der Topathleten lassen auf tolle Ergebnisse in den kommenden Jahren hoffen. Martin und Robert folgten auf den Plätzen 70 und 79.

Als letzter Block wurden die Freizeit- und Breitensportler in der Kategorie Fitness auf die Strecke geschickt.
Hier gingen gleich 9 Mitglieder des SSC Köln mit völlig unterschiedlichen Ambitionen an den Start.
Während Hanspeter sich zur Aufgabe gemacht hat, eine Gruppe um 1:50 Std. sicher ins Ziel zu bringen, wollten Yvonne, Pascal und Johannes möglichst weit vorne mitmischen. Für Daniela ging es darum, sicher ins Ziel zu kommen, hierbei wurde sie tatkräftig von Andy Jamaer unterstützt und begleitet, da der eigentlich eingeplante Begleiter Stefan kurzfristig durch einen Muskelfaserriss ausgefallen war.
Der schnellste SSC`ler in dieser Kategorie war Johannes Walter, welcher nach 01:30:49 Std. das Ziel am Neumarkt erreichte. Gefolgt von Yvonne Wankerl in 01:31:46 Std. welche den Sieg in der Kategorie Fitness Frauen abräumte. Sie wurde leider zunächst nur als Zweitplatzierte gefeiert, bis sich herausstellte, dass die erste Frau gar nicht gestartet war sondern ein Mann mit deren Startnummer und Chip. Eine Riesensauerei! Deshalb an dieser Stelle noch einmal besonderen Glückwunsch an Yvonne, die auch 2013 wieder einen hervorragenden Marathonvorbereitungskurs im Vorfeld beim SSC Köln geleitet hat.
Pascal Kneip verpasste mit 01:49:48 Std. zwar sein Ziel eine neue Bestzeit aufzustellen, angesichts der verkürzten Strecke und der Witterung ohnehin ein utopisches Ziel.
Die Gruppe um Hanspeter Detmer mit Astrid Baum und Petra Lehnertz erreichte sicher in 1:55 Std. das Ziel, gefolgt von Barbara Scholz in 02:13:59 Std. Auch Andy Jamaer und Daniela Leal kamen sturzfrei in 2:17 Std. ins Ziel.

Leider ging auch nach dem Ziel die Pannenserie des diesjährigen Köln Marathons weiter. Die Abholung der Kleiderbeutel war eine Tortur die seinesgleichen sucht. Nachdem man durchgefroren und nach akrobatischer Einlage auf dem Kopfsteinpflaster endlich das Ziel der Läufer am Dom erreicht hatte, blieb leider nur wenig Gelegenheit die hervorragende Zielverpflegung zu genießen, da man nur schnell die nassen Sachen loswerden wollte. Hatte man dann endlich das Zelt mit den Kleiderbeuteln entdeckt, hieß es auch hier wieder warten… warten… warten… Joseph wartete satte 2 Stunden und musste sich am Ende dann seine Sachen selber aus den wenigen verbliebenen Beuteln heraussuchen. Aber auch 1 Stunde Wartezeit reichte locker aus um die Zehen blau anlaufen zu lassen. Auch die Folien zum Warmhalten waren so eng kalkuliert das jede Person nur eine einzige haben durfte, gerade bei derartigen Cent-Artikeln kann man ja wohl bei bis zu 70€ Startgeld mehr erwarten?! Zum Glück war Köln das letzte Rennen einer langen Saison und die Erkältung kann jetzt in Ruhe bis zum Saisonstart 2014 auskuriert werden.

Das Fazit zum diesjährigen Köln Marathon fällt also nicht nur wegen der Strecke bescheiden aus. Die gesamte Organisation war so schlecht wie nie zuvor! Angefangen beim Startbeutel, wo die Skater vergeblich die versprochene Trinkflasche suchten, über die kurzfristig verkürzte Streckenlänge, worüber sich insbesondere die Freizeitskater ärgerten und die fehlende Kameraüberwachung der Zielgeraden am Neumarkt. Schlussendlich war wirklich jeder Teilnehmer vom Topathleten bis zum Freizeitskater verärgert.

Etwas Gutes hat das Desaster des diesjährigen Köln Marathons: Die Ausrichter der Deutschen Marathonmeisterschaften 2014, welche parallel zum Köln Marathon stattfinden werden, brauchen sich mit Sicherheit keine Sorgen zu machen, dass die Skater einen Start in Köln vorziehen werden.

Ergebnisse im Überblick

Marathon Inlineskaten

Speed Frauen

Platz Name Zeit (Std.)
8. Claudia Maria Henneken 01:25:12
14. Verena Papenfuß 01:25:21
23. Michaela Geppert 01:34:45
27. Lena Haucke 01:44:27

Speed Männer

Platz Name Zeit (Std.)
67. Joseph Zimmer 01:24:01
70. Martin Vossler 01:24:04
79. Robert Woermann 01:27:36

Fitness Frauen

Platz Name Zeit (Std.)
1. Yvonne Wankerl 01:31:46
76. Astrid Baum 01:55:21
78. Petra Lehnertz 01:55:21
168. Barbara Scholz 02:13:59
194. Daniela Leal 02:17:45

Fitness Männer

Platz Name Zeit (Std.)
30. Johannes Walter 01:30:49
223. Pascal Kneip 01:49:48
326. Hanspeter Detmer 01:55:29
529. Andy Jamaer 02:17:46

Halbmarathon Laufen

Platz Name Zeit (Std.)
403. Marc Zacher 01:32:35