Zehn Kölner Roll-Möpse waren in Bayreuth, Koblenz und Duisburg aktiv

Robert WoermannRobert Woermann
Bayreuth, Koblenz, Duisburg – das waren die Städte, in denen insgesamt zehn Skaterinnen und Skater am letzten Mai-Wochenende 2011 ihren SSC Kölner Roll-Möpse vertraten. In Koblenz fehlten Jens Kaiser in der Wertung der Breitensport-Skater ein paar Zentimeter zum Sieg. In Duisburg bremste ein unsachgemäß platziertes Drängelgitter Claudia Maria Henneken im Zieleinlauf. Und der Cadett Robert Woermann bewies bei den Süddeutschen Meisterschaften in Bayreuth einmal mehr, dass er im Sprint mit zu den hoffnungsvollsten Nachwuchsskatern seiner Altersklasse in Deutschland gehört. Allen, die in unserem Vereinstrikot ihr Bestes gaben, sei für ihre Leistung gedankt.
Fangen wir bei der Detail-Berichterstattung mit dem Nachwuchs an. Unter 15 Konkurrenten wurde Robert Woermann auf der Speedskating-Bahn in Bayreuth, wo Anfang Juli auch die Deutschen Meisterschaften stattfinden, im 300 Meter Sprint nach 29,687 Sekunden Sechster. Das dürfte für Robert ein großer Antrieb sein, sich in den nächsten Wochen im Training nochmals richtig reinzulegen. Ein Platz unter den besten Zehn bei der Deutschen Meisterschaft wäre für ihn ein Traum, der jedoch durchaus realisierbar ist. Famos auch seine Leistung im 1500 Meter-Rennen mit Massenstart, in dem er letztlich Neunter wurde mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 35 km/h. Mit Platz neun in der Gesamtwertung des Dreikampfs (im 3000-m-Punktefahren landete Robert auf Rang 11) sollte Robert ein tolles Vorbild sein für viele andere Nachwuchsskater in unserem Klub.

Einst war der Mittelrhein-Marathon mit Ziel in Koblenz der Rennen vor allem für die Inline-Skater im Westen Deutschlands. Im Mittelrheintal konnte man mit südwestlichen Rückenwinden und bei leichtem Gefälle stromabwärts Marathonzeiten skaten, die ansonsten nur noch ganz selten in Deutschland zu erreichen waren. Die Streckenänderung sowie vor allem die Streckenverkürzung hat dem Rennen jedoch schwer geschadet. Statt 42,195 km war das Rennen nur noch 38 km lang – und somit waren die Zeiten nicht mehr vergleichbar. Die Folge: Bei den Damen und Herren der Kategorie „Team/Speed“ brachen die Finisherzahlen im Vergleich mit dem Vorjahr um 37 (!) Prozent ein. Bei den Breitensportlern ging das Interesse bei den Damen um 11 und bei den Herren um 8 Prozent zurück.

All das interessierte die Spitzenfahrerinnen, die nur auf Sieg und nicht nach Zeit skaten, praktisch gar nicht. Letztlich kommt es nach taktischen Manövern auf der Strecke auf die beste Sprintfähigkeit im Finish an. Unsere Claudia Maria Henneken erreicht zwar mit der Spitzengruppe die Zielgerade. Aber ihr Experts-Team war nicht optimal im Pulk platziert, so dass sich Maria letztlich mit Platz 11 zufrieden geben musste. Immerhin war sie auf Tuchfühlung mit der Siegerin Jana Gegner und der Zweitplatzierten Sabine Berg, die immerhin schon bei Weltmeisterschaften ganz oben auf dem Treppchen standen.

Ebenfalls in der Kategorie „Team/Speed“ startete bei den Männern Oliver Balgheim, der unter 125 Konkurrenten den 90. Platz (Zeit: 01:03:12) belegte.
Nach 1:05:30 Stunden blieben die Uhren für Jens Kaiser stehen. Den Bruchteil einer Sekunde weniger, und er hätte sich sowohl in der AK40-Wertung als auch in der Gesamtwertung aller Breitensportler in Koblenz als Sieger feiern lassen dürfen. Aber da noch jemand, der die Rolle ein paar Zentimeter vor Jens über die Ziellinie schob. Aber auch Platz zwei ist aller Ehren wert…

Und Werner Pingen, seit zehn Jahren eines der unauffälligsten Klubmitglieder, dürfte auch seinen Spaß gehabt haben. Werner setzt andere Werte: Ein nettes Rennen durchs Rheintal hat seine besonderen Reize.

Bei den Breitensport-Damen gab es ein Kölner-Roll-Mops Duell: Ines van Loudon gegen Lena Haucke. Am Ende hatte Ines rund 150 Meter Vorsprung vor Lena. Beide konnten mit ihren Leistungen zufrieden sein. Die 38 km legten sie mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 28 km/h zurück und belegten die Plätze 39 und 45. Barbara Scholz landete im Mittelfeld der Breitensportlerinnen.

Wiedersehen zwölf Stunden später in Duisburg – Start am Sonntagmorgen um 8.00 Uhr. In ihrem Heimat-Bundesland wollte Claudia Maria Henneken ihre Spitzenposition behaupten. Wenn es dann letztlich hinter ihrer Teamkameradin vom Experts-Team nur zu Platz drei langte, wäre das noch zu verkraften gewesen – würden seitdem jedoch nicht höllische Schmerzen Maria quälen. Der Zieleinlauf in der Duisburger MSV-Arena ist auf einem rechteckig angelegten Asphaltweg um das Fußballfeld herum. Dieser Weg war durch Drängelgitter markiert, auch in den beiden Linkskurven unmittelbar vor dem Ziel. Wie Slalomfahrerinnen im Winter suchen auch Speedskaterinnen den kürzesten Weg. Dabei haute Maria mit der linken Schulter und mit mehr als 30 km/h gegen ein Drängelgitter. Ein Bruch wurde später im Krankenhaus ausgeschlossen. Hoffentlich ist es nur eine schwere Prellung und nicht doch noch ein versteckter Kapselriss. Wir wünschen Maria schnellste Besserung…

Der Anstrengung des Vortags am Mittelrhein zollte das Damentrio Ines van Loudon, Lena Haucke und Barbara Scholz Tribut. In Duisburg hatte Lena die Nase vorne, obwohl sie auf den letzten 15 km mit Problemen im Knie zu kämpfen hatte, aber immer noch auf Platz 25 landete. Ines van Loudon wurde 42., Barbara Scholz 67.

Bei den Männern waren nur drei Kölner Roll-Möpse am Start: Bernd Fahr rettete trotz eines Sturzes kurz vor dem Ziel noch den 51. Platz in der Gesamtwertung in 1:28:12, unterstützt in der gleichen Zeit von Jens Kaiser auf dem 52. Platz. Hanspeter Detmer wurde 115. unter 233 Männern.